Suizid

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08.01.2022

Luke1507

Hey.

Ich bin 15 und mich überfordert das alles hier. Ich weiß, dass allein in meiner Schule in meinem Jahrgang nicht gerade wenige mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, mit niemandem reden zu können. Ich hab in den Augen anderer ja das Glück, dass ich einmal im Monat zur Therapie gehen kann. Aber jedes Mal, sobald ich das Gebäude betrete, fühle ich mich, als wäre ich krank. Ja, genaugenommen bin ich das ja auch. Ich meine ich habe dort Depressionen diagnostizierte bekommen und das ich das Recht auf wöchentliche Sitzungen hätte. Momentan ist ja aber zumindest in meiner Region alles voll. Ich fühle mich aber, sobald ich da bin so krank, als wäre das, was ich mache, unnormal. Ja keiner kann mir sagen dass ritzen normal ist. Aber ich fühle mich dort einfach so komisch. Viel zu viele Menschen wissen auch, dass ich mich ritzen, aber ich hab allen gesagt, dass ich aufgehört hätte. Totaler Blödsinn. Als würde ich das letzte, was mich beruhigt, einfach so aufgeben. Ich kann zumindestens kurz meine ganzen Gedanken ausschalten. Alle haben zwar gesagt, dass sie mir helfen wollen, aber passiert ist nie etwas. Aber Gründe weiß keine. Aber wie soll ich ihnen erklären, dass ich panische Angst davor habe, wieder so hintergangen zu werden? Eine ehemalige "Freundin", mit der ich über 6 Jahre befreundet war und ich als meine beste Freundin angesehen habe, hat hinter meinem Rücken über mich gelästert und nach einigen Streits mich dann schließlich so verletzt, dass ich die "Freundschaft" beendet habe. Wie soll ich jemandem erklären, dass ich anderen nicht in die Augen gucken kann, weil ich darin sehe, wie diese mich verletzten? Wie soll ich ihnen erklären, dass alles in meinem Kopf sich wiederspricht? Wie soll ich erklären, dass ich mir an allem immer selber die Schuld gebe? Jeder würde doch denken, dass ich verrückt bin. Ich will es aber auch niemandem erzählen. Andere brauchen doch viel mehr Hilfe. Andere interessieren sich nicht für mich. Ich habe nicht unbedingt viele "Freunde" und ich mag diese Bezeichnung für diese Menschen auch nicht, aber meine Anwesenheit ist ok, jedoch nicht erwünscht. Man kriegt zwar ein hallo zurück, von anderen aus werde ich aber kaum beachtet. Manchmal frage ich mich, ob es nicht doch gut gewesen wäre, damals das Angebot meines Klassenlehrers angenommen zu haben. Ich hätte jetzt nicht ab Montag wieder in die Schule gemusst und hätte mich nicht wieder mit anderen Menschen rumschlagen müssen. Wenn es nach der Schule gehen würde, wäre ich wegen meinen Parnickatacken schon längst in der Psychiatrie. Wobei ich diese nur in der Schule habe, weil ich dort mit so vielen Mensvhen rumschlagen muss, die sich als meine "Freunde" bezeichnen, denen ich aber völlig egal bin. Mit meiner Mutter und Schwester habe ich auch nicht gerade das beste Verhältnis. Und als hätte ich nicht schon genug Probleme, bin ich auch noch Trans ftm und Pansexuell. Und oh Überraschung, wegen beidem bin ich noch nicht geoutet. Oft wird mir dass alles auch zu viel. Ich reite und arbeite parallel auch im Stall. Als ich angefangen habe, dort parallel zu arbeiten, hat es den Spaß an beidem auch noch gegeben. Jetzt ist für mich mein Job lediglich eine Einnahmequelle, bei der ich versuche mich so viel es geht abzulenken, genauso wie mein Hobby nur noch der Ablenkung dient. Das einzigste, was mir wirklich noch Spaß macht, ist es eigene Songs zu schreiben. Vielleicht kann man singen noch dazu zählen, auch wenn ich es nicht kann. Jedes Mal, wenn ich es doch tue, gibt es aber so Kommentare, wie: Hör doch Mal auf so zu jaulen! (von meiner Schwester) oder Lass das jetzt Mal. (von meiner Mutter).Man könnte zwar meinen, dass es meiner Mutter gerade net passt, aber dass glaube ich bei geschlossener Zimmertür und sie vor dem Fernseher eher weniger. Es ist einfach frustrieren, wesshalb ich seit Mitte Dezember nicht mehr gesungen habe. Was ich gerne machen würde? Ich würde gerne mit E-Gitarrespillen anfangen. Aber ich möchte das Thema gar nicht erst ansprechen. Nichtmal wegen den Kosten, sonder weil ich weiß, dass ich in diesem Vorhaben eh nicht unterstützt werde (vielleicht würde mein Vater mich unterstützen, aber dann kommt meine Mutter mit ihrem "Vetorecht" und ich darf mir nicht Mal selber eine kaufen) . Ich bin endlich kurz davor, mir die Haare kurz schneiden zu lassen, aber kurz vor knapp hat meine Mutter wieder einen Punkt gefunden, um das ganze mindestens herauszögern zu können. Ich muss die Kosten eh allein übernehmen, was mich Ansicht nicht stört, da ich durch meinen Job zwischen 80€ und fast 200€ im Monat verdienen. Das ganze kommt halt ganz darauf an, viel viele Events ich übernehme. Aber jetzt will sie mir verbieten, das ganze machen zu lassen, weil ich das ungefähr alle 6 Wochen nachschneiden lassen muss und sie nicht will, dass sie, falls ich irgendwann Mal nichts mehr Nebenher verdiene, sie auf den Kosten sitzen bleibt. Da ich sonst aber fast nichts ausgebe, sind ihre Sorgen einfach unbegründet. Allgemein unterstütz sie mich, gerade was meinen Style angeht, nicht besonders. Ja, ich trete vielleicht masculiener auf, aber muss man deswegen gleich sein Kind nicht mehr in diesem Punkt unterstützen, nur weil man nicht mehr in die Wunschvorstellungen passt? Und all diese Punkte zusammen sind es halt, die mich so runterziehen. Vor allem in schlimmen Phasen ritze ich mich deswegen mehrmals täglich, wenn es gerade gut, soweit das halt möglich ist, läuft, mache ich es trotzdem mindestens einmal pro Woche. Ich bin sowieso ein Mensch, der alles immer überdenkt. Das hat, vor allem seit es mir so scheiße geht, sogar nochmal zu genommen. Ich möchte keinen Menschen je so weh tuen, dass es dieser Person so geht, wie mir jetzt gerade. Laut meiner Psychologin habe ich meine Depressionen aber schon deutlich länger. Ich erinnere mich noch, dass ich schon früher nach Streitereien mit meiner Mutter in meinem Zimmer war und mich dort gebissen habe. Warum sage ich, dass ich mich erriner. Als ich meiner Mutter das in einem Streit gesagt habe, behauptet sie, dass es eine falsche Errinerung ist. Das mein Unterbewusstsein mir das  eingetrichtert hat. Naja, ist im Endeffekt ja eigentlich eh egal. Warum ich aber in solchen Momenten noch nicht aufgegeben habe, ist eigentlich einfach. Ich habe für Mai Konzertkarten meiner Lieblingsband bekommen. Da sie eigentlich in Australien leben, freue ich mich darauf, da sie dieses Jahr zum ersten Mal bei mir in der Nähe spielen. Ich habe mir geschworen, mindestens bis nach dem Konzert noch zu leben. Was danach passiert, kann ich noch nicht sagen, aber wahrscheinlich wird dann mein 4. Versuch kommen. Ja, ich habe schon 3 Suizidversuche hinter mir. Wobei 2 physisch gesehen unmöglich und der erste ziemlich unwahrscheinlich Erfolg gebracht hätten. Warum hätten. Beim ersten Mal wurde ich erwischt und bei den anderen beiden war ich zu schwach. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach noch diesen verdammten Hoffnungsschimmer, dass alles besser wird. Aber nein, jetzt habe ich ihn nichtmehr. Wofür sollte ich auch hierbleiben? Freunde, denen ich nicht vertrauen kann und denen ich egal bin, die Probleme mit meinem Outing oder doch für mein Hobby, dass mir keinen Spaß mehr macht? Wenn ich meine Anfälle hab und ich auch nur einmal was sagen, sind es immer die 4 gleichen Wörter: Ich will nicht mehr! Keiner außer 3 Personen wissen, dass ich Suizidgefährdet bin. A) meine Eltern, die dass ganze aber kaum wahrnehmen, weil es mir augenscheinlich besser geht, und B) einer meiner "Freunde", dem ich eben immer diese 4 Worte sage. Aber unternommen hat er natürlich auch nichts. Nichtmal außerhalb von meinen Anfällen hat er einmal mit mir geredet. So viel zum Thema er will mir helfen. Achso wer denkt, dass ich meinen Eltern dies gesagt habe, den muss ich leider entäuschen. Sie wissen es nur, weil sie meine Briefe gelesen haben. Ich habe, bis sie sie eben gefunden haben, aufgeschrieben, wie es mir geht. Naja, seitdem habe ich keine mehr geschrieben.  Warum ich hier soviel erzähle, weil ich weiß, dass hier Menschen sind, denen es genauso geht wie mir. Aber ändern möchte ich nichts. Es ist mir egal, wie viele Narben ich am Ende haben oder wie früh ichs sterben werde. Ich sehe sowieso keine Zukunft mehr, in der ich exestiere. Eine Welt ohne mich ist vielleicht gar nicht so schlecht. Und ja, ich weiß, dass wir im 21. Jahrhundert sind und die meisten LGBTQ+ unterstützen, aber eben viele auch nicht. Gegen meine Pansexuallität würden meine Eltern wahrscheinlich nichts sagen, weil ich auch einen schwulen Qusion habe, der im Sommer heiratet. Aber mich als Trans zu outen, schaffe ich nicht. Ich bin mir zu 99% sicher, dass zumindest meine Mutter mich bei diesem Thema nicht unterstützen würde. Ich gebe mir doch eh schon an jedem Streit und jeder nicht-Akzeptanz von ihr die Schuld, aber desshalb blöde Kommentare zu bekommen, würden für mich definitiv den Tod bedeuten. Also zusammen, ihr seit nicht die einzigsten, die komplett kaputt sind. Vielleicht muntert es euch ja auf. Ich hoffe, dass wenn ihr euch helfen lassen wollt, ihr jede Hilfe bekommt, die ihr braucht. 

Viele Grüße, Luke:)