WAS MEINT IHR DAZU???

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12.02.2020

Trauerweide17

Danke für deine Nachricht. Auch wenn ich dich nicht kenne habe ich das Gefühl wir sitzen im gleichen Boot. Ich würde auch gerne weiter mit dir in Kontakt bleiben! 

Ja, du hast Recht. Ich bin nicht alleine! Auch wenn mir das manchmal nicht so vorkommt. Ich glaube ich mache mir es manchmal selbst zu schwer und zu kompliziert, aber das ist meine Art. Ich denke ich werde den Rat von dir annehmen und mit meinen Eltern reden. Aber zuerst werde ich mein Abitur durchstehen. Ich hab das Gefühl, wenn ich das geschafft habe, kann ich endlich wieder stolz auf mich sein. Aber ich habe wahnsinnig Angst davor zu versagen... Zum Glück bin ich in der Schule ganz gut betreut. Ich habe zwar nicht wirklich gute Freunde dort, aber mit unserer Vertrauenslehrerin an der Schule und meiner Stufenkoordinatorin kann ich reden, wenn es mir besonders schlecht geht. 

Darf ich fragen, ob du auch noch zur Schule gehst oder wie es in der Zeut war, als du noch zur Schule gegangen bist? Ich weiß irgendwie manchmal nicht wie ich mich verhalten soll und ich glaube die anderen halten mich sowieso für total komisch, wegen einigen Panikattacken und Zusammenbrüchen sowie Weinanfällen... 

Du kannst die gar nicht vorstellen wie froh ich bin das alles endlich mal ehrlich jemandem erzählen zu können! Du weißt ja, dass ich auch zur Therapie gehe, aber Reden fällt mir manchmal sehr schwer. Ich habe das Gefühl nie die richtigen Worte zu haben um mich auszudrücken, um ehrlich zu sein. Hier kann ich endlich mal das Schreiben, was ich denke.

12.02.2020

Élodie

Es geht um dich und das du am Leben bleibst. Nicht nur existierst sonder dir ein echtes Leben erarbeitest. Wenn du dafür eine Stadtionere Behandlung brauchst dann ist das halt so. Du kannst Stolz darauf sein das du eine Idee hast was dir hilft. Das sollten deine Eltern auch. Ich habe lange für diese Einsicht gebraucht. Wenn es sich für dich richtig anfühlt dann ist es das auch. Es ist nichts wofür man sich schämen muss. Du brauchst Hilfe und die nimmst du dir PUNKT. Wenn du dir nicht helfen lässt, weil deine Eltern es nicht wollen, und es geht dir schlechter wären sie damit glücklicher? Frage sie das mal? Frage ob sie wollen das DU leidest!!! Und wenn sie sich schlecht fühlen weil sie dir nicht helfen konnten, dann sage Ihnen das das die Hilfe ist die sie leisten. Dich zu unterstützen in deinem Kampf und nicht auch noch gegen dich und deinen Weg sind. Solche Gespräche sind nie leicht, das weiß ich. Auch wenn du mit deinem Therapeuten nicht so gut klar kommst, frag ihn doch mal ob ihr nicht ein Gespräch zu viert führen könnt, wenn du das willst. Als Mittelweg kannst du ja über eine Teilstadionäre Behandlung nachdenken. Da wärst du von morgens bis nachmittags und abends, nachts und am Wochenende wärst du Zuhause [so kenne ich es]. Das wichtigste ist aber DU BIST NICHT ALLEIN!!!! Ich würde mich freuen wenn wir weiter im Kontakt stehen wenn das auch für dich okay ist.
11.02.2020

Trauerweide17

Danke, du hast mir echt geholfen mit deiner ehrlichen Meinung! Ich finde es so schön endlich richtig ernst genommen zu werden und ehrlich sein zu können, weil mich hier niemand verurteilt! Ich denke, du hast mir ein bisschen die Angst genommen. Du hast recht: Es sind keine Wunderpillen. Ich glaube ich habe vorallem bei meinem ersten Medikament zu viel Hoffnung reingesteckt, weil ich mich so darauf fokussiert war und ich am Ende war, als es wirklich nichts gebracht hat. Vielleicht bin ich jetzt realistischer was das angeht. Aber nochmals danke, dass du deine Geschichte mit mir teilst! So weiß ich, dass ich nicht alleine bin:)

10.02.2020

Élodie

Deine Angst kann ich verstehen, die hatte ich auch. Du solltest mit dem Arzt engen Kontakt halten. Wenn du nach der aufbaue Phase des Mittels keine Veränderung bemerkst mit dem Arzt reden. Allerdings brauchen solche Medikamente lange bis sie richtig wirken. Und es sind keine Wunderpillen. Es ist nicht so das man die nimmt und alles ist super. Bei mir ist es so: ich schlucke sie und denk mir das es nichts bringt. Aber wenn ich zurückblicke und mir überlege wie es ohne gewesen wäre fällt mir auf das ich dadurch mehr Kraft habe. Ich schaffe es besser aufzustehen und meinen Tag zu bewältigen. Sie geben mir den antrieb zu meinen Therapien zu gehen. Ohne hätte ich es nicht geschafft. Sie geben mir die Energie die ich selbst nicht habe. Sie ersetzt keine Therapie und auch nicht das tägliche an sich arbeiten aber dadurch schaffe ich es anzufangen. Mein Fazit ist das ich meist nicht merke wie es mir hilft weil es langsam kommt. Das es mir besser geht schleicht sich ein und das ist gut, von jetzt auf gleich würde mich überfordern. Auch wenn es immer noch schlechte Zeiten gibt, sie sind nicht mehr ganz so heftig. Ich hoffe ich konnte dir helfen.
10.02.2020

Trauerweide17

Merkst du denn bei dir, dass es besser geworden ist mit dem richtigen Medikament? Ich habe irgendwie Angst, dass ich niemals eins finden werde, dass wirklich hilft.

10.02.2020

Trauerweide17

Ich habe tatsächlich schon überlegt den Therapeuten zu wechseln. Allerdings bin ich gerade mitten im Abiturstress und habe gerade echt keinen Nerv dazu. Ich hoffe wirklich dass ich die Zeit durchhalte! Ich denke wenn ich mein Abitur erstmal geschafft habe, werde ich auch in eine Klinik gehen und auf jeden Fall zu einem anderen Therapeuten! Hast du zufällig Erfahrung mit einer stationären Behandlung? Ich weiß auch nicht wie ich das meinen Eltern irgendwie beibringen soll... Mein Vater hält sich sowieso meistens raus bei sowas und meine Mutter möchte, dass es ohne Klinik geht. Ich weiß nicht, wie ich ihnen sagen soll, dass das vielleicht doch der richtige Weg für mich ist. Ich habe Angst, dass sie sich schlecht fühlen, weil sie mir nicht wirklich helfen konnten. 

Aber ich denke ich versuche jetzt einfach die Zeit bis zum Abi durchzustehen. Irgendwie. Meine Mitschüler halten mich wahrscheinlich sowieso schon für gestört, weil ich manchmal in Tränen ausbreche mitten im Unterricht oder rumlaufe wie ein Zombie, weil ich nichts fühle. Ich hoffe einfach, dass ich mein Abi schaffe! Ich habe so sehr gekämpft! Damit nicht alles umsonst war. Ich weiß dass das eigentlich nicht stimmt, denn alles ist für etwas gut, aber es fühlt sich einfach so an.

10.02.2020

Élodie

Bis man das passende Medikament gefunden hat dauert es leider. Ich nehme auch welche und bis ich das richtig hatte dauerte es 1 1/2 Jahre und 7 verschiedene Mittel. Bis du eine Wirkung merkst dauert es meist ein Monat. Kommst du mit deinem Therapeuten gut klar? Wenn nicht kannst du auch wechseln. Hast du dir schon mal überlegt dich Stationär behandeln zu lassen? Ich glaube zu 100% Freude an Leben kann man nicht haben, selbst die "normalen [was ist schon normal]" Leute nicht. Wir müssen uns an den guten Phasen festhalten und uns an sie erinnern. Es ist verdammt schwer. Alles. Aber wir sind noch da. Wie oft wollten oder haben wir schon aufgegeben weil es nicht mehr ging. Wie oft haben wir schon gesagt es reicht. Aber wir sind noch da. Wir haben schon so viel scheiße überlebt da können wir jetzt auch weiter kämpfen. Es ist okay nicht mehr zu können/wollen. Es ist okay wenn weitermachen darin besteht liegen zu bleiben. Das heißt man ist noch da. Es gibt noch Hoffnung, auch wenn sie noch so klein ist und man sie selbst nicht sieht. Es heißt immer ein Schritt nach dem anderen aber viel wichtiger finde ich ist ein Atemzug nach dem anderen. Ein, Aus, Ein, Aus..... Wie soll man laufen wenn das Atmen schwer ist.
10.02.2020

Trauerweide17

Ja, ich bin in Behandlung. Ich nehme auch Medikamente. Aber es ist gerade glaube ich alles chaotisch, weil das erste Medikament nicht angeschlagen hat, jetzt musste das umgestellt werden und so. Irgendwie nervt mich das alles. Ich habe da so viel Hoffnung reingesteckt und warte immer noch auf die Wirkung. Die Therapie hilft mir auch irgendwie nicht so wirklich. Deshalb werde ich auch definitiv zu eine SHG gehen, wie du es vorgeschlagen hast. Ich warte wirklich sehnlich auf den Zeitpunkt an dem es besser wird. Nicht nur so eine Phase sondern das Gefühl wieder wirklich Freude am Leben zu haben. Darauf warte ich so sehr! Aber was ist wenn meine Hoffnung darauf vergebens ist?

10.02.2020

Élodie

Die Welt ist zu viel für einen allein und der Terror im Kopf macht es auch nicht besser. Bist du in professioneller Behandlung?
09.02.2020

Trauerweide17

Eine Selbsthilfegruppe ist wirklich eine gute Idee! Ich habe mich schon erkundigt und gestaunt wie viel Auswahl es gibt. Ich denke das könnte mir helfen, da es mir auch hilft in diesem Forum zu schreiben, weil ich weiß, dass es Leute wie mich gibt.

Das mit der Seifenblase kann ich übrigens nur zu gut verstehen. Ich habe Angst, was passiert wenn ich nochmal verletzt werde. Ich habe wirklich richtig Angst davor. Weil ich weiß, dass ich das nicht aushalten kann. In letzter Zeit sind sooo viele Rückschläge passiert, tragische Ereignisse. Ich habe sowieso schon jede Nacht fürchterliche Albträume. Manchmal habe ich das Gefühl mein Körper, meine Seele, mein Charakter ist nicht gemacht für diese Welt, für diese Gesellschaft... Kennt ihr das auch? Ich denke, ich passe nicht hier hin. Aber Aufgeben kann ich irgendwie auch nicht. Und will es auch eigentlich nicht. Aber was ist, wenn noch etwas schlimmes passiert? Kann ich dann noch weitermachen?

08.02.2020

Élodie

Aus welcher Gegend kommst du so ungefähr? Du kannst dich im Internet informieren. Wenn du nicht willst das deine Eltern was davon mitkriegen kannst du in ein Internetcafe gehen. Besuch mal die Seite der Telefonseelsorge oder Deutschen Depression Hilfe.
08.02.2020

Marc007

Wie kommt man in eine Selbsthilfegruppe?

08.02.2020

Élodie

>Ist eine Selbsthilfegruppe< sollte eigentlich heißen: Was mir hilft ist eine Selbsthilfegruppe.
08.02.2020

Élodie

Alles was du schreibst kommt mir so bekannt vor. Ich stoße auch lieber Menschen und Hilfe selbst weg bevor sie die Möglichkeit bekommen mich zu verstoßen. Einerseits bringt mir das Verhalten Sicherheit, anderseits ist man dadurch allein. Ich weiß nicht was besser ist. Ist eine Selbsthilfegruppe. Die Leute verstehen einen und man muss dafür nicht alles erklären weil sie selbst wissen wie es ist. Man kann kommen wie man ist und wird angenommen auch wenn es ein schlechter Tag ist. In meiner Gruppe wird auch viel zusammen gelacht, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Was das zerbrechliche angeht, da hab ich auch so meine Erfahrungen mit. An manchen Tagen hab ich das Gefühl das ein zarter Wind reicht und ich zerfall. An anderen Tagen ist mein inneres zerbrochen aber da es weiter gehen muss fege ich meine Einzelteile zusammen und schleppe sie schmerzhaft (oder innerlich Tod je nach dem) mit meinem Körper durch die Gegend. Ich fühle mich wie eine Seifenblase. Kannst du das verstehen?
07.02.2020

Trauerweide17

Ich denke du hast Recht, Élodie. Ich habe auch meine guten Momente. Vielleicht sollte ich mutiger sein die Hilfe anzunehmen, die ich bekomme. Aber ich habe Angst davor, verlassen zu werden und stoße sie daher oft ab. Ich kann verstehen, dass du in deinen guten Zeiten daran denkst, dass es für irgendwas gut ist, denn es macht uns nur stärker. Mit jedem Kanpf den wir gewinnen. 

Aber langsam merke ich wie der Grad immer schmaler wird. Ich habe das Gefühl, wenn noch etwas schlimmes passiert, halte ich es nicht mehr aus. Hast du auch manchmal dieses Gefühl unendlich zerbrechlich zu sein?

07.02.2020

Élodie

Vielleicht muss man nicht sofort aktiv helfen. Vielleicht reicht es auch erstmal die Sichtweise zu ändern/erweitern. Sich eine Sache/Situation/Gefühl von allen Seiten zu betrachten. Ich versuche es momentan bei meiner Depression und den dazu gehörenden Gefühlen. Vielleicht sind die Dinge, die in mir vorgehen, später für etwas gut, auch wenn sie schrecklich sind. Sie verleihen mir eine Tiefe und Stärke die ich nie für möglich gehalten hätte. Das hört sich bestimmt komisch an, und wenn es mir nicht gut geht kann ich es selbst nicht glauben (wofür soll soll so ein Mist gut sein), aber wenn ich meine guten Momente hab versuche ich daran zu glauben. Ein paar gute Seiten hatte es schon, ich bin in diesem Forum gelandet:), ich hab in einer SHG nette Leute kennen gelernt und schaffe es darüber zu reden. Wenn die Hilfe nicht angenommen wird, dann hast du es wenigstens probiert und vielleicht der Person einen Denkanstoß gegeben. Auch wenn sie es nicht zeigt arbeitet es doch in ihr und verändert sich langsam. Wenn mann selbst nicht helfen kann weil die Kraft fehlt oder aus welchen Gründen auch immer, kann man versuchen andere bitten zu helfen. Leider weiß ich nicht wie man seine eigene Kraft aufbaut. Also wenn jemand Tipps dafür hat, immer her damit.
06.02.2020

Marc007

Kann schon sein

06.02.2020

Trauerweide17

Vielleicht ist das Schrecklichste im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will. Rainer Maria Rilke

Aber was ist, wenn die Hilfe nicht angenommen wird?

Was ist wenn die Kraft fehlt zu helfen?

06.02.2020

Élodie

?
06.02.2020

Élodie

Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles schreckliche im Grunde das hilflose, das von uns Hilfe erwartet. Rainer Maria Rilke