Abhängig von einem anderen Menschen

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13.01.2020

Unsichtbar5

Danke, Tami, für deine Worte. Ich glaube du hast in vielen Punkten recht, glaube nur, dass es nicht besser ist, wenn ich mich dann von Freunden oder Familienmitgliedern abhängig mache, die kann ich ja genauso verlieren. Ich glaube das Ziel wäre es, von mir selbst abhängig zu werden und trotzdem Glück und Freude, ohne Abhängigkeit, durch andere Menschen zuzulassen. Ich schätze ich kann nicht aufhören täglich zum Sozialarbeiter zu gehen, da ich irgendwann möglicherweise mal gesagt habe, dass ich wieder anfange mich zu ritzen, wenn ich alleine bin und mein Sozialarbeiter mir daraufhin sagte, dass ich täglich zu ihm muss... Ich befürchte aus der Nummer komme ich nicht mehr raus, ohne, dass mein Sozialarbeiter denkt, dass ich mich ritze.
13.01.2020

Tami21

Hallo, ich freue mich zuhören, dass es dir besser geht. Ich bin auch der Meinung, dass du mit deinem Sozialarbeiter darüber redest. Ich persönlich finde es aber nicht gut, dass du schon "süchtig" nach dessen Aufmerksamkeit bist. Ich selber war auch mal abhängig von einer Person und als diese mein Leben verlassen hatte, war ich für eine lange Zeit noch unglücklicher als davor. Ich musste lernen, dass wahre es Glück nicht von einer Person abstammen sollte, sondern von vielen DIngen in deinem Leben , wie zum Beispiel Freunden, Familie, Sonnenuntergängen. Blumen etc.. Vielleicht kannst du auch dich deinen Freunden oder Familienmitglieder anvertrauen, auch wenn es dir sehr schwer fällt dies zutun. Ich hoffe und wünsche mir, dass du lernst Glück nicht in einer Person zusuchen, sondern lernst das Glück, egal wie groß oder klein, von verschieden DIngen kommen muss. Sonst bist du wieder sofort unglücklich, sobald diese eine Sache nicht mehr da ist. Ich bin auch der Meinung, dass du nicht mehr täglich, sondern nur noch alle zwei Tage zu deinem Sozialarbeiter gehen solltest und den restlichen Tage zu Freunden. Du darfst dich auf keinen Fall distanzieren, sondern vielleicht ein neues Hobby wie malen/zeichen anfangen. Ich wünsche dir alles Beste und hoffe du fühlst dich von meinen Wörtern nicht angegriffen.MIt freundlichen Grüßen Tami
12.01.2020

Unsichtbar5

Ich finde, dass du deinen Mut zusammen nehmen solltest und deinen Lehrer um Hilfe bitten solltest! Ich weiß wie schwer das ist, aber es ist einen Versuch wert!! Ich kann nicht gut ausdrücken, was ich fühle und bin mir nicht sicher, wie ich sagen soll, dass der Sozialarbeiter mein Lieblingsmensch ist. Um ehrlich zu sein, sogar mein einziger Lebensgrund... Ich habe Angst vor Ablehnung/Zurückweisung.
09.01.2020

HiketheWorld

Ich kenne das. Angst vor Vertrauen zu haben. Jedesmal wenn ich einer Person vertraut habe, stellte sich nach einer Weile heraus, dass sie alles weiter erzählte und mich nur ausnutzt. In der Schule werde ich gemobbt aber ich trau mich nicht auf einen Lehrer zuzugehen weil ich zwar auf der einen Seite weiß er wird es nicht weiter erzählen aber auf der anderen seite habe ich Angst davor. Ich habe einem Lehrer eine E-Mail geschrieben (anonym) er hat mich aber auch darauf angesprochen was er aber in Anwesenheit einiger Mitschüler gemacht hat weshalb ich ihn angelogen und ihm gesagt habe dass ich es nicht bin. Ich trau mich auch nicht ihm eine Mail zuschreiben wer ich bin weil ich nicht weiß was dann ist. Ich vertrau ihm zwar aber irgendwie auch nicht. Ich weiß nicht was ich machen soll!

Ich finde es toll, dass dein Lehrer dich angesprochen hat und mit zum Schulsozialarbeiter gegangen ist. Da du dem Schulsozialarbeiter vertraust sag ihm doch einfach wie wichtig er für dich ist und dass es dir ohne ihn schlecht geht. Ich wünsche dir, dass ihr gemeinsam eine Lösung findet.

07.01.2020

Unsichtbar5

Hallo, 

Ich bin 18 Jahre alt und habe viele negative Erfahrungen gesammelt. Ein paar wenige positive waren auch dabei, aber die stehen sehr im Schatten durch die vielen negativen Erlebnisse! 

So habe ich auch sehr große Probleme damit vertrauen zu fassen. Mir fällt das wirklich schwer und ich fühle mich nicht wohl damit. Ich habe dann immer das Gefühl, dass die Person mich sowieso hasst oder mit dem Wissen über mich verletzen wird. Ich glaubte lange Zeit, dass Vertrauen niemals gut sein kann und ich am Ende immer nur verletzt bin. 

Mein Klassenlehrer hat mitbekommen, dass es mir nicht so gut geht, da ich eigentlich sehr aktiv mitarbeite und mich in letzter Zeit sehr zurückgezogen habe. Ich mag meinen Klassenlehrer und als er das Gespräch mit mir suchte, habe ich ihm gegenüber auch zugeben können, dass es mir nicht gut geht. Er wollte, dass ich mit unserem Schulsozialarbeiter darüber rede. Zunächst wollte ich das gar nicht, aber dann ging es mir immer schlechter und irgendwann hat mein Klassenlehrer dann gesagt, dass es besser werden muss, weil er mir nicht dabei zugucken will wie ich mich von meinem Leben und meinem Umfeld immer weiter distanziere/trenne. Er wollte, dass ich mit ihm oder dem Sozialarbeiter rede. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht mit dem Sozialarbeiter alleine reden will, es aber tun würde, wenn er mit käme. So ist er mit mir dort hin gegangen und wir haben fast 2 Stunden zu dritt geredet. Das war sehr smalltalk reich, aber kurzzeitig auch immer wieder tiefgründig, doch durch den Smalltalk ist die Stimmung nie gekippt. 

Ich fand gefallen daran mit dem Sozialarbeiter zu reden. Also smalltalkmäßig, nicht richtig. Viele Gespräche später (14 Gespräche später), habe ich dann plötzlich erzählt, dass ich Angst vor Vertrauen habe, weil meines schon sehr oft gebrochen wurde und ich unglaublich Angst habe noch mehr verletzt zu werden, weil ich weiß, dass ich das gerade nicht aushalten würde. Zur Antwort bekam ich, dass ich mir alle Zeit der Welt lassen kann und ich, wann immer ich mich dazu bereit fühle, etwas sagen kann und wenn nicht, dann eben nicht, Hauptsache ich fühle mich wohl damit. Diese Person nahm sich also sehr viel Zeit und war sehr geduldig. In einem Gespräch konnte ich dann mal meine Klingen auf den Tisch legen, um zu zeigen, was ich nicht sagen konnte. Mein Schweigen wurde verstanden und wir haben uns Alternativen überlegt. Das funktioniert bis heute wirklich gut. Plötzlich ging es mir immer besser. Immer wenn diese Person da war, ging es mir besser oder sogar gut. Ich fing an dieser Person von meinen Problemen zu erzählen. Langsam konnte ich vertrauen fassen und es fühlte sich gut und richtig an. Das ist auch immer noch so, aber jetzt bin ich täglich (also jeden Schultag) bei dem Sozialarbeiter und dort geht es mir auch gut, nur will ich nicht mehr ohne diese Person leben, weil mit dieser Person alles so viel leichter und besser ist. Ich habe die Ferien gehasst, weil ich meinen Lieblingsmenschen dadurch 2 Wochen nicht sehen konnte. Das war richtig scheiße für mich...

Ich will nicht mehr ohne diesen Menschen leben. Ich habe so Angst davor "verlassen" zu werden. Ich will dieses Vertrauen nicht verlieren. Dieser Mensch bedeutet mir mehr als mein ganzes Leben und auch mehr als alles andere. Es ist fast wie eine Sucht, ich will immer bei meinem Lieblingsmenschen sein und ohne meinen Lieblingsmenschen geht's mir schlecht und ich komme nicht klar. Ich bin süchtig nach der Nähe und Aufmerksamkeit dieser Person. Ich wollte das nie, aber jetzt ist es so und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. 

Hat jemand Ratschläge oder eigene Erfahrungen?